MUSIKSCHULKONGRESS '99
Musik braucht Qualität - Musikschule

 

 

 

 

AG 9

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Body-Percussion - Rhythmische Körpererfahrung als individueller und gruppenbezogener Lernprozess

Referent: Ulrich Moritz, Berlin
 

Der Schlagzeuger, Percussionist und Rhythmuslehrer Ulrich Moritz unterrichtet an der Musikschule Berlin-Neukölln, an der Hochschule für Musik, der Hochschule der Künste Berlin, der Landesmusikakademie Berlin und bei der Internationalen Gesellschaft für Musikalische Fortbildung. Als Musiker wirkte er bisher bei ca. 50 CD-Produktionen mit.
Beim Musikschulkongress '99 stellte er aus seinem Unterrichtsangebot das Element der Body-Percussion vor.
In der Body-Percussion werden rhythmische Zusammenhänge und Strukturen erfahren, ohne Instrumente zu benutzen oder auf Noten angewiesen zu sein. Mit einfachen, sich allmählich verändernden Übungen werden Körper, Verstand und Emotionen angesprochen. Sie führen zu einem vielfach verankerten tiefen Verständnis von Rhythmus und Rhythmen und bieten einen lustvollen, dennoch fundierten Weg zur rhythmischen Improvisation. Und sie erleichtern in der Reflektion zunehmend auch das Lesen - d.h. das sichere, lebendige, musikalische Umsetzen - und Schreiben rhythmischer Notentexte.
Die Rhythmuspatterns der Body-Percussion sind meist nicht auf bestimmte Musikstile festgelegt. Sie finden sich in ähnlichen Formen oft in vielen Kulturen wieder, da sie auf den rhythmischen Grundlagen menschlichen Bewegens basieren: Aufbauend auf dem Gehen, auf dem Klatschen und Patschen wird mit der Spannung schwer-leicht, unten-oben, Beat-Offbeat gespielt. Eingebettet in die Bewegungsmuster spricht unsere Stimme Rhythmussilben oder Wörter und Begriffe der Alltagssprache: Aus den Vocal-Rhythmen können neue Bewegungsrhythmen entstehen.
Die sich ergebenden Einsatz- und Lernmöglichkeiten sind fast unbegrenzt: Sie reichen von kurzen, spielerisch-auflockernden Bewegungsübungen bis zu mehrwöchigen intensiven Workshops, von meditativen, auch therapeutisch eingesetzten Einheiten bis zu Übungen von komplexen polyrhythmischen und polymetrischen Strukturen. Musikalisch Interessierte jeder Stilrichtung können mit ihnen die rhythmische Kraft melodischer Motive kennen lernen, Tanzbegeisterte die Rhythmen tänzerischer Schritt- und Bewegungsfolgen erforschen und kreativ gestalten, Schlagzeuger und Percussionisten ihre Koordination verbessern. In der Ausgewogenheit zwischen Gelassenheit und Anstrengung, Aufmerksamkeit und Sich-Selbst-Vergessen, Konzentration auf den eigenen Körper und Gruppenwahrnehmung kann jeder auf seine Art Ruhe und Kraft, Entspannung und Vergnügen finden.

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