Musiktherapie

Musiktherapie als Förder- und Unterstützungsangebot an Musikschulen

Musiktherapie

Der Bundesvorstand des Verbandes deutscher Musikschulen hat im November 2008 beschlossen, das Fach Musiktherapie als Förder- und Unterstützungsangebot in die Arbeit der Musikschulen aufzunehmen.

Mit einem zukunftsorientierten Musiktherapie-Angebot, das sich an vielen Musikschulen bereits bewährt hat, können sich alle Musikschulen einem breiter gefächerten gesellschaftlichen Klientel öffnen und somit einen Beitrag zur Förderung von sozialem Miteinander leisten. Die Teilnahme an einem solchen lebendigen, positiven Angebot steht allen gesellschaftlichen Alters- und Interessengruppen offen.
So kann sich eine Musikschule über verschiedenste Musiktherapie-Angebote im kommunalen Netzwerk weiter attraktiv etablieren.

 

Bundesweiter Arbeitskreis Musiktherapie an Musikschulen (BAMMS)

 

In September 2002 wurde der Bundesweite Arbeitskreis Musiktherapie an Musikschulen "BAMMS" in Mannheim gegründet und trifft sich seitdem einmal im Jahr zu einer Arbeitstagung. (Siehe Kontakte)
BAMMS ist die Arbeitsgruppe im VdM, die dem Bundesvorstand fachlich zuarbeitet, für Fragen der Musiktherapie zuständig und Ansprechpartner ist.

 

        1. Definition Musiktherapie
        2. Musiktherapie an Musikschulen      
        3. Kontakt
        4. Verzeichnis mit Musikschulen, die Musiktherapie anbieten

        5. Literaturliste

        6. Veranstaltungen und Berichte

Hinweis: Wegen der besseren Lesbarkeit wird hier die weibliche Schreibweise verwendet, verbunden mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass Frauen und Männer immer gleichermaßen gemeint sind.

 

1. Definition Musiktherapie

Musiktherapie ist die Verwendung von Musik und/oder musikalischen Elementen (Klang, Rhythmus, Melodie, Harmonie) durch eine qualifizierte Musiktherapeutin mit einer Klientin oder einer Gruppe in einem Prozess, der so gestaltet ist, dass Kommunikation, Beziehungen, Lernen, Mobilisierung, Ausdruck, Organisation und andere Ziele unterstützt und gefördert werden, um die körperlichen, emotionalen, geistigen, sozialen und kognitiven Bedürfnisse zu erfüllen." (Definition WFMT, World Federation of Music Therapy, 2004)

 

 

 2. Musiktherapie an Musikschulen

2.1. Methoden

Musiktherapie nutzt die vielfältigen Eigenschaften der Musik, um Menschen in ihrer persönlichen Lebenslage zu erreichen und ihre Entwicklung zu fördern.
Das Medium Musik bietet einen großen Spiel-Raum, in dem Emotionen, Beziehungen und Kommunikation entstehen können, auch dann, wenn Sprache als Ausdrucksmittel nicht zur Verfügung steht.
Im Zentrum steht das freie Spielen auf Musikinstrumenten oder mit der Stimme. Die Therapeutin stellt sich als Mitspielerin und Zuhörerin zur Verfügung und nimmt das Gespielte verstehend auf, setzt sich musikalisch-spielerisch zum Kind/Jugendlichen in Beziehung oder vermittelt in der Folge das Verstandene dem Kind im Gespräch, in einem Musikvorschlag oder im Spiel. Wesentliches Merkmal der Musiktherapie ist der Prozess der musikalischen Interaktion und der Beziehung. Die musikalischen Produkte sind nicht vorhersehbar und in der Regel nicht reproduzierbar.
Neben der freien Improvisation können aber auch themenbezogene Spielformen wie Lieder, Musikstücke von CD (rezeptive Musiktherapie), Bewegung, Handpuppenspiel, Malen oder Geschichten eingesetzt werden.
Entscheidend ist aber, dass es in der Musiktherapie primär um Reduktion von Symptomen, Förderung der Persönlichkeitsentwicklung oder Verbesserung der Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeiten mit Hilfe der Musik geht und nicht um musikalische Ziele.

Die musiktherapeutischen Konzepte sind durch das Schulprofil der Musikschule, die Bedarfslage des Klientels und durch die Ausbildungshintergründe der
Therapeutinnen geprägt.

 

In Musikschulen finden wir:

        • erlebnisorientierte und übungszentrierte Musiktherapieverfahren
        • entwicklungspsychologisch orientierte Musiktherapieverfahren
        • beziehungsorientierte, tiefenpsychologische Musiktherapieverfahren
        • systemische /familientherapeutische Ansätze.

 

2.2. Indikationsstellung

Musiktherapie ist eine besonders gezielte Förderung von in ihrer Entwicklung gestörten Kindern, ein Hilfs- und Unterstützungsangebot für Kinder und Jugendliche mit speziellen Schwierigkeiten oder eine Behandlung psychisch auffälliger Kinder und Jugendlicher.
Bei der Anmeldung zur Musiktherapie sollte zuerst grundsätzlich geklärt werden, ob Musiktherapie indiziert ist oder ein musikpädagogisches Angebot in Erwägung gezogen werden kann. In manchen Fällen geben wir auch eine Empfehlung für andere Therapieformen wie zum Beispiel Familientherapie, Psychomotorik u.a.
Im Anschluss an eine Musiktherapie oder sogar parallel kann ebenso Musikunterricht belegt werden.

Eine Indikation für Musiktherapie ist auf jeden Fall gegeben, wenn zum einen eine Verhaltensauffälligkeit, eine Entwicklungsverzögerung oder eine emotionale Störung vorliegt, und zum anderen eine positive Reaktion auf das Angebot, sich musikalisch auszudrücken, erfolgt. Besonders geeignet ist Musiktherapie für Kinder und Jugendliche, die nicht sprechen oder sich sprachlich nur eingeschränkt äußern können, sowie generell bei "frühen Störungen" (Störungen, deren Ursache/ Beginn vor dem Spracherwerb angenommen wird).

 

2.3. Gespräche/ Zusammenarbeit

Wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Musiktherapie sind regelmäßige Gespräche mit den Eltern und/oder anderen Bezugspersonen.
Der ausführliche Erstkontakt (Anamnesegespräch) dient außer der Information über die Biographie, Lebenssituation, Vorlieben des Kindes, Wünsche und Erwartungen auch der Information über die Rahmenbedingungen der musiktherapeutischen Arbeitsweise und einer ersten Klärung des Behandlungsauftrages.
Ganz wesentlich ist eine Zusicherung von Vertraulichkeit, um ein gutes und vertrauensvolles Arbeitsbündnis herzustellen.
Durch die weiteren regelmäßigen Elterngespräche kann die Therapeutin u.a. die Auswirkungen der Therapie auf den familiären und schulischen Alltag überprüfen. Je nach Einzelfall können auch Gespräche mit Ärztinnen, Lehrerinnen, Erzieherinnen oder Jugendamtsmitarbeiterinnen angezeigt sein; möglicherweise müssen auch schriftliche Berichte (z.B. für Kliniken oder Wohngruppen) verfasst werden.

 

2.4. Störungsbilder

        • Entwicklungsstörungen,
        • Verhaltens- und emotionale Störungen,
        • ADHS -hyperkinetische Störungen,
        • Störungen des Sozialverhaltens,
        • kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen,
        • Bindungsstörungen,
        • Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen
        • und posttraumatische Belastungsstörungen.

 

Musiktherapeutinnen, die eine Zusatzqualifikation (HPG) oder Approbation haben, stellen möglicherweise selbst eine Diagnose. In manchen Fällen ist eine Zusammenarbeit der Musiktherapeutinnen mit Kinderärztinnen und Psychiaterinnen notwendig.

 

2.5. Ziele musiktherapeutischer Arbeit

        • Verbesserung der Beziehungs-/ Wahrnehmungs-/ Kommunikations- und Bindungsfähigkeit
        • Vermehrtes Zutrauen zum Wahrnehmen und Ausdrücken von Stimmungen und Gefühlen
        • Erleben von Interaktion und Erproben von adäquaten Umgangsmöglichkeiten in

          Konfliktsituationen
        • Verbesserung von sozialen und emotionalen Kompetenzen
        • Stützen und Fördern der Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung des Selbstwertgefühls
        • Gemeinsames Aufspüren und Beleben von Ressourcen
        • Wiederherstellen eines körperlich-seelischen Gleichgewichtes
        • Auflösen von verfestigten Verhaltensmustern
        • Bewältigung von Leidenszuständen; Verarbeitung von schmerzlichen Lebenserfahrungen
        • Fördern von Autonomie und Selbstbestimmtheit

 

2.6. Angebote in der Musikschule

Je nach Indikation und Zielformulierung werden Einzel-, Paar- und Gruppentherapien für alle Altersstufen von ca. 3 Jahren bis ins Erwachsenenalter sowie Eltern/Kindgruppen angeboten.
In der Regel sind Therapiedauern von mindestens einem Jahr empfehlenswert.
Bei den Gruppentherapien sollten die Gruppen nicht größer als 3 bis 6 Kinder sein.
Musiktherapie wird auch als Ergänzung zum Unterricht angeboten, um Schülern in einer Entwicklungskrise, in Zeiten mit besonderen Belastungen (Prüfungen) oder bei ausgeprägten Selbstwertzweifeln zu stabilisieren, die im normalen Unterricht nicht aufgefangen werden können.

 

2.7. Kooperationen

Es bestehen bereits vielfältige Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen, Sonderschulen, Kindergärten, Wohnheimen und Werkstätten für Behinderte, Beratungsstellen, Krankenhäusern und Altenheimen.
In den Kooperationen können alle Altersgruppen, zum Beispiel Säuglinge (Kooperationen mit Frühförderstellen) bis hin zu älteren Menschen in Wohn- und Altersheimen einbezogen werden.
Die Auswahl der Kinder und Jugendlichen erfolgt in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Lehrkräften oder anderen zuständigen Fachkräften. Die spezielle Zustimmung der Eltern ist in diesem Fall nur bei psychotherapeutischer Ausrichtung des Angebots erforderlich.

 

2.8. Dokumentation

Die Dokumentation der musiktherapeutischen Behandlung ist eine elementar wichtige Aufgabe der Musiktherapeutin. Wesentliche Aspekte des Musiktherapieprozesses werden festgehalten, um daraus weitere Schritte für das therapeutische Handeln abzuleiten.

 

2.9. Gebühren

Die Bezahlung erfolgt in der Regel seitens der Eltern und entspricht vielerorts den allgemeinen Gebührensätzen für Instrumentalunterricht. In manchen Fällen übernehmen Jugendamt, Sozialamt (Eingliederungshilfe), Kostenträger von Einrichtungen usw. die Kosten.
Für die anfallenden Gespräche mit Eltern und weiteren Bezugspersonen gibt es unterschiedliche Regelungen. An manchen Schulen werden die Gespräche zusätzlich zu den Therapiestunden vereinbart und auch extra abgerechnet. An anderen Schulen finden diese Gespräche anstelle der Therapiestunden statt und werden nicht extra bezahlt. (z.B. alle 2 Monate zum vereinbarten Termin).
Im Rahmen der üblichen Ermäßigungen an Musikschulen können auch im Musiktherapie-Angebot bei vorliegenden Voraussetzungen die Gebühren ermäßigt oder erlassen werden.
Dadurch werden auch langfristige Behandlungen möglich oder erleichtert.
Auch Kooperationen mit Schulen / Sonderschulen usw. sind in den meisten Kommunen kostengünstig oder werden von Fördervereinen oder Sponsoren getragen.

 

2.10. Raumausstattung

Der Musiktherapieraum sollte ein gemütlicher Raum sein, ein Schutzraum, in dem ungestörtes Arbeiten möglich ist. Auch sollte die Musiktherapie immer im selben Raum stattfinden.
Je nach musiktherapeutischer Ausrichtung wird eine Vielzahl von Musikinstrumenten verwendet.
Grundsätzlich eignen sich robuste Instrumente, die ohne aufwendige Spieltechnik zum Klingen gebracht werden können.
Als Basisinstrumentarium benötigen die Musiktherapeutinnen: Klavier, Keyboard, Drumset, Gitarre, vielfältigste Percussionsinstrumente, Streich- und Blasinstrumente, Orff-Instrumentarium, Effektinstrumente, Instrumente zur Entspannung (Monochord, Sansula, Klangwiege, Bigbom usw.)
Ebenso wichtig ist eine technische Grundausstattung wie Stereoanlage und Mikrofone, mit der Möglichkeit, die eigene Musik aufzunehmen.
Weitere Spielmaterialien wie Decken, Kissen, Tücher, Puppen, Malsachen, Spielmaterial wie Handpuppen, Playmobil, Bälle, themenbezogene Bilderbücher, Musik-CD´s usw. ergänzen das therapeutische Angebot.

 

2.11. Qualifikation, Qualitätsstandards

Voraussetzung für die Mitarbeit in einer musiktherapeutischen Abteilung einer Musikschule ist der Abschluss eines Musiktherapiestudienganges auf Fachhochschul- oder Hochschulebene oder eine entsprechende Qualifikation.
Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft gibt die regelmäßig aktualisierte "Studienlandschaft Musiktherapie" heraus, in der alle Studien- bzw. Ausbildungsgänge in Deutschland und dem angrenzenden Ausland genau beschrieben werden.
Für weitere Standards und verbindliche inhaltliche Schwerpunkte der Studiengänge verweisen wir auf die Website der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft. (www.musiktherapie.de)

Mögliche Zusatzqualifikationen:

        • Heilerlaubnis für Psychotherapie (HP)
        • Approbation für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
        • Schmerztherapie, Traumatherapie, Gesangstherapie u.a.

 

 

 3. Kontakt

Bundesweiter Arbeitskreis Musiktherapie an Musikschulen (BAMMS)

Anette Brug-Korres

Musiktherapeutin

Sing- und Musikschule der Stadt Regensburg

Bismarckplatz 1

93047 Regensburg

Tel.  0941 5071461

brug-korres.anette( at )regensburg.de

 

Cordula Reiner-Wormit
Musikschule Waghäusel 

Dipl-Musiktherapeutin

Leitung des Fachbereichs Inklusion & Musiktherapie an der Musikschule Waghäusel-Hambrücken e.V.

Tel. 0176 86228568

cordula.reiner-wormit( at )msw-waghaeusel.de

 

Im Fachauschuss Inklusion für BAMMS:

Cordula Reiner-Wormit

cordula.reiner-wormit( at )msw-waghaeusel.de

 

Prof. Karin Holzwarth

karin.holzwarth( at )hfmt-hamburg.de

 

 

Fachsprecherinnen und Fachsprecher für Musiktherapie an Musikschulen in den
Landesverbänden des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM)

Baden Württemberg

 

Sergio Rojas Sanz

Musiktherapeut (B.A.)

Musiktherapie an der Musikschule Waghäusel-Hambrücken e.V.

Kühler Grund 35

69126 Heidelberg

Tel.  06221 3297855

sergiorojassanz( at )gmail.com

Bayern

 

Anette Brug-Korres

Musiktherapeutin

Sing- und Musikschule der Stadt Regensburg

Bismarckplatz 1

93047 Regensburg

Tel.  0941 5071461

brug-korres.anette( at )regensburg.de

Berlin

 

Christian Schütt 

Fachgruppenleiter Inklusion und Musiktherapie

Musikschule City West

Berkaer Platz 1

14199 Berlin
christian.schuett( at )charlottenburg-wilmersdorf.de
 

Sandrine Albrecht
Fachgruppenleitererin für Inklusion, EMP und Musiktherapie

Musikschule City West

Berkaer Platz 1

14199 Berlin

sandrine.berlin( at )posteo.de


Brandenburg


Martina Moriabadi
Niederlausitzer Musik- und Kunstschule e.V.
Am Bahnhof 5
15926 Luckau
m.moriabadi( at )musikschule-luckau.de

Hamburg

 

Anandi Börnsen

Musiktherapeutin

Staatliche Jugensmusikschule Hamburg

Mittelweg 42, Raum 2.04

20148 Hamburg

Tel.  040 42801 4157

anandi.boernsen( at )bsb.hamburg.de

Hessen

 

Christiane Mahnke-Heiden

Musiktherapeutin (MA) / Musikpädagogin

Musikschule Frankfurt am Main e.V.

Saalgasse 20

60311 Frankfurt

christiane.klavierkreativ( at )gmail.com

Mecklenburg-Vorpommern

 

Anke Berger

Kreismusikschule Müritz (LK Mecklenburgische Seenplatte)

Strelitzer Str.132

17192 Waren (Müritz)
anke.berger( at )kreismusikschule-mueritz.de

Nordrhein-Westfalen

 

Gulsanam Sadik

Musiktherapeutin (M.A.)

Städtische Musikschule Recklinghausen

Willy-Brandt-Park 3

45657 Recklinghausen

Tel. 02361 501950 (Schulleitung)

Gulsanam.Sadik( at )recklinghausen.de

Rheinland-Pfalz 


Mara Schwenk 
Musikschule Kaiserslautern 

Emmerich-Smola-Musikschule und Musikakademie
Altes Stadthaus 
St.-Martins-Platz 
67657 Kaiserslautern 
Tel. 0631 - 3652263
mara.schwenk( at )musiktherapie.de

 

Holger Kappus 

Musikschule der Stadt Koblenz 
Hoevelstr. 6

56073 Koblenz 
Tel: 0261 1292553
holgerkappus( at )gmx.de


Sachsen


Claudia Steidte

Musikschule Leipzig "Johann Sebastian Bach"
Petersstraße 43

04109 Leipzig
claudiaursula.steidte( at )musikschule-leipzig.de

 

Patricia Barth

Kreismusikschule Bautzen
Schilleranlagen 1
02625 Bautzen
patricia.barth( at )kms-kvhs-bautzen.de

Sachsen-Anhalt 

 

Christiane Biewald-Theuerkauf

Fachbereichsleiterin für Elementare Musikpädagogik (EMP)
Konservatorium Georg Philipp Telemann

Musikschule der Landeshauptstadt Magdeburg
Eigenbetrieb
Breiter Weg 110
39104 Magdeburg
christiane.biewald( at )ms.magdeburg.de


Schleswig-Holstein


Inken Petersen

Musiktherapeutin/Musikpädagogin

Kreismusikschule Nordfriesland

Schloss vor Husum

König-Friedrich V.-Allee

25913 Husum

Tel: 04841 8973123

inkenpetersen( at )hotmail.de


Thüringen


Cordula Queck

Dipl. Musiktherapeutin (FH)
Musikschule Schmalkalden
Krumme Hohle 15
98574 Schmalkalden
Tel.: 03683/402896
cordula.queck( at )musikschule-schmalkalden.de

Verband deutscher Musikschulen (VdM) e. V.

 

Plittersdorfer Str. 93
53173 Bonn
Tel: 0228  95706-0

vdm( at )musikschulen.de

Wenn Sie in den BAMMS-Verteiler aufgenommen und zu den jährlichen Fachtreffen eingeladen werden möchten, senden Sie eine kurze E-Mail an: musiktherapie( at )musikschulen.de.

 4. Verzeichnis mit Musikschulen, die Musiktherapie anbieten

Eine aktuelle Liste der Musikschulen, die Musiktherapie anbieten, wird erarbeitet.

 

 5. Literaturliste

Die Literaturliste finden Sie  hier.

 

 

 6. Veranstaltungen und Berichte

Das 22. Jahrestreffen wird am 14. November 2026 in Hamburg anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Abteilung Musiktherapie an der Staatlichen Jugendmusikschule stattfinden

 

Bericht zum 21. Jahrestreffen des Bundesweiten Arbeitskreis Musiktherapie an Musikschulen (BAMMS) am 15.11.2025 in Magdeburg:

 

Musiktherapie an Musikschulen - Brücken bauen für die Teilhabe am gesellschaftlichen musikalischen Leben  

 
Anwesende Landes- und Bundesansprechpersonen und Unterstützerinnen 2025.
Foto: Cordula Reiner- Wormit

Am Samstag, den 15. November 2025 kam im Konservatorium „Georg Philipp Telemann“ in Magdeburg der Bundesweite Arbeitskreis Musiktherapie an Musikschulen (BAMMS) zu seiner jährlichen Arbeitstagung zusammen. Die gastgebende Musiktherapeutin, Christiane Biewald-Theuerkauf, hatte den Gästen aus dem gesamten Bundegebiet einen sehr herzlichen Empfang bereitet. Bereits beim Eintreffen war die Vorfreude der langjährigen Mitglieder aber auch der neuen TeilnehmerInnen auf den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Musiktherapie an Musikschulen spürbar.

 

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Bundesansprechperson des BAMMS, Cordula Reiner- Wormit, die Teilnehmenden und gab einen kurzen Überblick über die Entwicklungen der Musiktherapie an Musikschulen im vergangenen Jahr. Besonders hob Reiner-Wormit hervor, dass der Austausch zwischen den einzelnen Musikschulen ausgebaut und eine stetig wachsende Zahl an musiktherapeutischen Angeboten deutschlandweit etabliert werden konnte. Zudem wies sie auf die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen hin, um die Wirksamkeit und Reichweite musiktherapeutischer Maßnahmen weiter zu stärken. Der Leiter des Konservatoriums, Martin Richter, betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die Musiktherapie an Musikschulen gerade in den sich verändernden Zeit für die Kinder und Jugendlichen sei.

 

Am Vormittag hielt Monika Berkmann (zertifizierte Musiktherapeutin und Lehrbeauftragte für Musiktherapie an der Universität Augsburg, mit Zusatzausbildungen in Traumatherapie, Therapie bei Demenz, in der Neonatologie und bei Entwicklungsstörungen) einen sehr inspirierenden Impulsvortrag zum Thema „Traumasensible Musiktherapie“. Sie entführte die Teilnehmenden zunächst in die Grundlagen der Traumaforschung, um das Erkennen und Verstehen von traumatisierten PatientInnen zu verbessern, aber auch um die eigenen Grenzen erkennen zu können und PatientInnen mit sehr starken Traumatisierungen an geschultes Fachpersonal weiterleiten zu können. Allerdings kann Musiktherapie in diesem Zusammenhang besonders über das Verwörtern von Musik, über die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, über Erlebnisorientierung, über die angstreduzierende Wirkung von Musik und viele weitere Wirkweisen die Klientinnen und Klienten als begleitende oder nachsorgende Therapie sehr gut unterstützen, so Berkmann. Sie betonte, wie wichtig gerade in der traumasensiblen Musiktherapie die Beziehung und die wertschätzende und Grenzen einhaltende Haltung der/des Musiktherapeutinnen/Musiktherapeuten zur Stabilisierung und Ressourcenstärkung der KlientInnen sei.

 

Nach der Mittagspause skizzierten die Teilnehmenden in einer kurzen Vorstellungsrunde ihre persönlichen Anliegen. Allen war der große Enthusiasmus für die Musiktherapie an Musikschulen anzumerken, mit dem sie für Menschen mit unterschiedlichen Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen einen Beitrag zur Teilhabe am musikalischen und gesellschaftlichen Leben leisten wollen.

 

 
Gruppenbild der Teilnehmerinnen des 21. Jahrestreffen des BAMMS in
Magdeburg. Foto: Cordula Reiner- Wormit

Es bildeten sich drei kleine interessengeleitete Arbeitsgruppen: In der ersten Gruppe ging es vor allem um Neueinsteigende an Musikschulen und die Fragen nach dem Vorgehen beim Verankern von musiktherapeutischen Angeboten, eine weitere Gruppe kümmerte sich um musiktherapeutisch informierte Pädagogik und in der dritten Gruppe tauschten sich die erfahrenen Musiktherapeutinnen an Musikschulen über Arbeitsweisen und Probleme aus. In den Gesprächen in offener und wertschätzender Atmosphäre zeigte sich, wie wertvoll die Vernetzung und der kollegiale Austausch für die Teilnehmenden ist, um neue Impulse zu erhalten und gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren.

 

Im Anschluss fand ein lebhafter Erfahrungsaustausch statt, bei dem die Teilnehmenden über konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze aus ihrer musiktherapeutischen Praxis berichteten. Besonders hervorgehoben wurden innovative Projekte, die in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern entwickelt wurden und neue Wege zur Förderung der musikalischen Teilhabe eröffneten. Diese Impulse trugen dazu bei, neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Musiktherapie an Musikschulen zu eröffnen und das Netzwerk zu stärken.

 

Im weiteren Verlauf berichtete Cordula Reiner-Wormit über die Ereignisse des vergangenen Jahres aus dem Bundesarbeitskreis. Zu erwähnen wären dabei besonders die Teilnahme beim EMTC 2025 (13th European Music Therapy Conference) in Hamburg. Hier haben einige BAMMS-Mitglieder einen Roundtable gestalten dürfen mit dem Thema: „Building Bridges for health - a roundtable about primary, secondary and tertiary prevention through music therapy at German music schools“. Karin Holzwarth, Cordula Reiner-Wormit, Sandrine Albrecht, Sergio Rojas Sanz und Anette Brug-Korres stellten eindrucksvoll unterschiedliche Beispiele zur primären, sekundären und tertiären Prävention vor.

 

Zwei weitere wichtige öffentliche Ereignisse waren der Vortrag bei der 33. Fachtagung Musiktherapie am 1. und 2. März 2025 in München am FMZ (Freies Musikzentrum München) zum Thema Musik, Kultur und Gesundheit – Kompetenzen der Musiktherapie für die Gesellschaft. Hierbei war das Thema des Vortrags: Prävention und Gesundheitsförderung am Beispiel der Musiktherapie an Musikschulen. Anette Brug-Korres, Sandrine Albrecht, Karin Holzwarth und Cordula Reiner-Wormit haben aus ihrem Vortag ein Artikel verfasst, der im derzeit entstehenden Buch zur Tagung veröffentlicht wird. Außerdem trat der BAMMS beim Musikschulkongress „Wir leben Musikschule“ in Dresden im Mai 2025 mit der AG 32 in Erscheinung. Gulja Sadik und Dagmar Sinkwitz hielten einen großartigen Vortrag über „Traumasensibilität im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen“.

 

Im Laufe des Jahres gab es drei Treffen der Ansprechpersonen der Länder mit den Bundesansprechpersonen und den Unterstützerinnen und Unterstützern des BAMMS. Hierbei wurden aktuelle Probleme thematisiert, die genannten öffentlichen Auftritte besprochen, das Jahrestreffen in Magdeburg vorbereitet und Mitglieder aus einigen Bundesländern neu aufgenommen. Beim Treffen in Magdeburg gab es Neuzugänge der Landesansprechpersonen aus Sachsen. Julia Hoffmann zog sich aus dem Kreis der Bundesansprechpersonen zurück. So sieht die neue Personalsituation so aus, dass es aus 14 Bundesländern Landesansprechpersonen, zwei Bundesansprechpersonen (Cordula Reiner-Wormit & Anette Brug-Korres) und zwei Unterstützerinnen gibt. Es fehlen weiterhin Ansprechpersonen aus dem Saarland und Niedersachsen, die hoffentlich auch bald gefunden werden können.

 

Das nächste Jahrestreffen des BAMMS wurde für den 14. November 2026 in Hamburg anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Abteilung Musiktherapie an der Staatlichen Jugendmusikschule festgelegt.

 

Abschließend nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, um Anregungen und Wünsche für die zukünftige Arbeit des BAMMS zu sammeln. Dabei wurde der Wunsch nach verstärktem fachlichem Austausch und regelmäßigen Fortbildungsangeboten ebenso betont wie die Notwendigkeit, musiktherapeutische Angebote an Musikschulen noch sichtbarer zu machen.

 

Juliane Henning

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(c) Verband deutscher Musikschulen e.V., www.musikschulen.de
gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes
gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes