Musikschulkongress '05
Musik verbindet - Partner Musikschule

 

 

 

Liebe Frau Ministerin Schmidt,Grußwort von Frau Liz Mohn zur Eröffnung des Musikschulkongresses ’05 am 29. April 2005 im Congress Center Essen



Sehr geehrte Frau Ministerin Schäfer,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Kleine-Möllhoff,
sehr geehrter Herr Krüger,
sehr geehrter Herr Dr. Eicker,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

ich freue mich sehr, dass ich Sie heute im Namen des gesamten Kuratoriums des Verbandes deutscher Musikschulen hier begrüßen darf.

Zum Kuratorium gehören:

  • die Sänger und Songschreiber Peter Maffay und Ulla Meinecke,
  • die Klarinettistin Sabine Meyer,
  • der Moderator Michael Schanze,
  • Siegfried Jerusalem, Rektor der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg,
  • Friedrich Loock, Direktor des Instituts für Kultur- und Medienmanagement in Hamburg,
  • sowie Oliver Scheytt, Kulturdezernent der Stadt Essen.

Warum ein Kuratorium für die Musikschulen?

Für mich ist die Musikerziehung eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich die Gesellschaft nicht entziehen darf. Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur aber auch die Bürger selbst müssen dafür Sorge tragen, dass alle Kinder die Möglichkeit erhalten, Musik zu erleben, zu singen und ein Instrument zu lernen.

Warum ist dies gerade in der heutigen Zeit so wichtig? Weil Musikerziehung mehr ist als reiner Musikunterricht und die Vermittlung musikalischer Kompetenzen. Musik bedeutet, Toleranz, Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zu leben.

Musik gehört zur Wesensart eines Menschen - ohne Musik wäre unsere Welt wenig bunt und lebensfroh. Musik macht uns kreativer, sie schlägt eine Brücke der Verständigung über Sprachen und Grenzen hinweg. Nicht umsonst betonte der Alt-Bundespräsident Herzog: "Musik ist die 2. Sprache eines Menschen!" – und ich ergänze: es ist oftmals die erste Sprache, die wir als Kind lernen.

Wie unterstützen wir die Musikschulen?

  • durch Patenschaften für einzelne Musikschulen
  • außerdem sollen die Musikschulen mit Hilfe eines „PR-Baukastens“ Unterstützung für ihre Öffentlichkeitsarbeit erhalten

Auch mit der Bertelsmann Stiftung engagiere ich mich in mehreren Projekten für eine Verbesserung der musikalischen Bildung in Kindergärten und Schulen. In einem gemeinsamen Modellversuch mit dem Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen haben haben wir über 5 Jahre Fortbildungen für Lehrer und Erzieher durchgeführt. Die Ergebnisse waren erstaunlich:

  • die Kinder haben mehr Selbstbewusstsein und sind insgesamt ausgeglichener
  • sie sind toleranter geworden, konnten besser zuhören, Aggressionen und Störungen wurden abgebaut
  • die Leistungen in der Schule auch in anderen Fächern haben sich verbessert
  • Lehrer und Erzieher haben mehr Freude am Unterricht und wurden selbstsicherer und motivierter.
  • In Familien wird wieder mehr gesungen und viele Kinder möchten wieder ein Instrument lernen.

Auch in unserer Arbeit in der Stadt-Stiftung Gütersloh haben wir gesehen, wie viel Musik bewirken kann: Kinder und Erwachsene aus 8 verschiedenen Religionen haben in einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadthalle Gütersloh gemeinsam gesungen und musiziert und so den Grundstein für einen Dialog der Religionen und Nationen gelegt.

Aufgrund dieser erfreulichen Ergebnisse haben wir nun 2 neue Projekte ins Leben gerufen:

In Niedersachsen startet das Projekt "Kita macht Musik". In 30 Städten und Kreisen finden Fortbildungen für Erzieher statt, die gemeinsam von Volkshochschulen und Musikschulen durchgeführt werden. Projektpartner sind hierbei die Landesverbände der Musikschulen und Volkshochschulen Niedersachsens. Dieses Modell soll nach der Erprobung bundesweit übertragen werden.

In Hessen bauen wir 42 Musikalische Grundschulen auf. Gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium werden Musiklehrer darin geschult, ihren Kollegen Anregungen für mehr Musik im Schulleben zu geben.

 

Lassen Sie mich zum Abschluss noch einen Aspekt ansprechen, der mir vor dem Hintergrund meiner Arbeit in der Bertelsmann AG und Bertelsmann Stiftung sehr am Herzen liegt: Die Anforderungen an die Management- und Führungskompetenz leitender Musikschulmitarbeiter werden immer größer. Auch oder gerade wenn es in Zeiten knapper Kassen und abnehmender Bedeutung der kulturellen Bildung schwer fällt: Ich möchte Sie ermutigen, hier aktiv zu werden: Führung und Management, vor allem auch Qualitätsmanagement, müssen in Musikschulen einen größeren Stellenwert erhalten!

Und ich möchte gern anbieten, hierzu einen Erfahrungsaustausch mit unseren Experten zu vermitteln.

Ich bin mir sicher, dass es nur auf diesem Wege möglich ist, die Partner aus Politik, Wirtschaft und Schulen von der wichtigen Rolle der Musikschulen zu überzeugen.

 

Peter Maffay hat einmal einen wichtigen Satz formuliert: "Mir ist es lieber, jemand singt auch einmal einen falschen Ton, als dass er gar nicht singt!" Wir sollten dies bei unserer pädagogischen und fachlichen Arbeit immer berücksichtigen. Unsere Aufgabe ist es auch, jungen Menschen eine Orientierung und Werte sowie die wichtige Botschaft von Toleranz und Gemeinschaft zu vermitteln.

Das Kuratorium möchte Sie hierbei so gut es geht unterstützen!

 

Nun wünsche ich Ihnen einen spannenden Kongress, neue Impulse für Ihre tägliche Arbeit und gute Begegnungen.

Viel Erfolg dabei!


 

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