8. Europäisches Musikfest der Jugend und Generalversammlung

 

Große Spielfreude bei Wind und Wetter

Die Wahl des Tagungsortes der am 17. Mai 2004 beginnenden Generalversammlung (GV) der Europäischen Musikschul-Union (EMU) war bestimmt durch das von Schweden und Dänemark ausgerichtete 8. Europäische Musikfest der Jugend, das am 19. Mai auf dem Gelände des "SweDan-Camps" am Ufer des Öresunds eröffnet wurde.

 

Neben dem Vizepräsidenten der EMU und Vorsitzendem des VdM, Dr. Gerd Eicker, nahmen als deutsche Vertreter auch sein Stellvertreter, Klaus-Jürgen Weber, und Bundesgeschäftsführer Rainer Mehlig teil. Hervorzuhebende Themen der Tagesordnung waren u.a. ein Antrag von Schweden und Dänemark, die englische Sprache als einzige "Geschäftssprache" der EMU festzulegen. Nach einer inhaltlich geführten Diskussion, in der vor allem die Bewertung des kulturellen Hintergrundes von Sprachen eine Rolle spielte, wurde der Antrag mit 17 gegen 5 Stimmen (jedes Mitgliedsland hat eine Stimme) abgelehnt, so dass weiterhin Deutsch, Französisch und Englisch mit simultanen Übersetzungen während der GV Anwendung finden.

 

In die GV eingebunden waren drei Vorträge, einmal von Hans Skoglund, dem Direktor der Stockholmer Musik- und Kunstschule, über die Zukunft von Musikschulen als Kooperationspartner der anderen Künste, von Ulrich Reinhardt vom BAT Freizeit-Forschungsinstitut aus Hamburg zur Auswertung der vom Institut zusammengestellten Statistiken zum Freizeitverhalten und den Freizeitbedürfnissen Jugendlicher sowie von Lennart Winnberg von der "School of Music and Music Education" der Universität Göteborg über ein Thema der "Integrierten Erziehung".

Zur provokanten Frage "Warum wir noch Musikschulen brauchen" gaben vier Ländervertreter, für Deutschland Rainer Mehlig, befürwortende Stellungnahmen ab, zu denen Dr. Gerd Eicker in der Rolle des "Advocatus Diaboli" Gegenargumente formulierte, was zu einer lebhaften und ergebnisreichen Diskussion führte.

 

Die Vertreter Dänemarks und Schwedens gaben einen Überblick über den Stand der organisatorischen Vorbereitungen auf das 8. Europäische Musikfest, zu dem sich rund 8000 jugendliche Teilnehmer aus 27 Ländern angemeldet hatten. Das 9. Europäische Musikfest soll 2007 dann in Ungarn stattfinden.

Direkt an die GV schloss das "Zweite Europäische Treffen zur Zukunft der Musikschulen in der Europäischen Politik" an. Leider nahmen nur acht Vertreter/innen europäischer Länder die Einladung an: Belgien (Flamen und Wallonen), Dänemark, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und Ungarn. Deutsche Vertreter der ministeriellen Ebene hatten bedauerlicherweise nicht zugesagt. Hauptdiskussions-Punkte waren: Musikschulgesetze, Finanzierung, Qualitätsansprüche und -kontrolle. Die dreistündige, vom Präsidenten der EMU, Jan van Muilekom, unter Assistenz von Dr. Gerd Eicker geleitete Veranstaltung zeigte, dass in den Ländern viel guter Wille zum Ausbau und zur Unterstützung von Musikschulen besteht, jedoch noch ein gutes Stück Weges zu gehen ist, bevor von "Europäischen Musikschulstandards" gesprochen werden kann.

 

Von Sturm und starken Böen begleitet begann am 19. Mai auf dem direkt am Öresund positionierten Zeltcamp (2100 Schlafzelte und diverse große Veranstaltungs- und Versorgungszelte) das 8. Europäisches Musikfest der Jugend mit einer im Wesentlichen pop-orientierten Musik- und Zirkus-Show. Der von den Veranstaltern nach ihren Aussagen nicht erwartete sehr starke Wind führte schon im Vorfeld zu großen Problemen: etwa ein Drittel der leichten Sommerzelte war dem Ansturm der Winde nicht gewachsen und flatterte im Sturm. Erst im Verlauf der Nacht und am nächsten Morgen konnte ein Teil wieder aufgebaut werden. Etwa 1200 Teilnehmer/innen wurden in Schulen (die nicht vorbereitet waren) und in eine Messehalle umgeleitet. Ein zu geringes Angebot an sanitären Anlagen (vor allem Duschen) und lange Wartezeiten im Verpflegungszelt waren nur einige der Schwierigkeiten, die die Kinder und Jugendlichen zu ertragen hatten. Eine derartige Probleme mit einkalkulierende Planung hätte manchen Ärger und auch manche Enttäuschung der Teilnehmer vermeiden können.

 

In Gesprächen mit den Gruppen und ihren Leitern wurde die Unzufriedenheit mit den Umständen zum Ausdruck gebracht, aber auch der Wille bekundet, in jedem Fall weiter am Festival teilzunehmen und zu den vorgesehenen Auftritten in Malmö und Kopenhagen (einschließlich Umgebung) anzutreten.

"Indoor- wie Outdoor-Konzerte" die von den VdM-Vertretern besucht wurden, hatten durchweg ein sehr hohes Niveau und zeichneten sich trotz einer manchmal nur geringen Zuhörerzahl und – soweit im Freien – bei Wind und niedrige Temperaturen durch große Spielfreude aus.

Die Idee des Jugendmusikfestes konnte durch die äußeren Umstände nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden. Die Vorbereitung und Organisation allerdings schon. Ohne die Garantie der Einhaltung von Mindeststandards sollten zukünftige Europäische Jugendmusikfeste daher im Interesse der jugendlichen Teilnehmer nicht durchgeführt werden.

 

Klaus-Jürgen Weber

28.6.2004

 

   

 

 

 

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