Pro Kontrabass

Eine Initiative des VdM zur Kontrabassförderung an Musikschulen

II. VdM – Basscamp für Kontrabassschüler/innen in der
Musikalischen Bildungsstätte Schloss Weikersheim (2. bis 5. Oktober 2003)

"Kontrabasscamp Weikersheim – Fünfunddreißig groß und klein – Kontrabasscamp Weikersheim – Hier könn' Bässe besser sein"
(Basscamp Lied von F.M. Deimling)

 

Der Verband deutscher Musikschulen veranstaltete im Rahmen seiner Initiative "Pro-Kontrabass" in den Jahren 2002 und 2003 zwei "Basscamps" für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren. Vorbilder dieser Veranstaltungen war u.a. das jährliche stattfindende "Golden Gate Basscamp" in San Francisco, welches federführend vom amerikanischen Basspädagogen Barry Green konzipiert wird. Aber auch in England gab es im letzten Jahrzehnt ähnliche Events wie das "Bassfest" in Aldershot/England unter der Leitung David Heyes. Ob "Basscamp" oder "Bassfest" allen Konzeptionen liegt ein Grundgedanke zugrunde: Junge Kontrabassist(inn)en – oft an ihren heimischen Musikschulen nur "Einzelkämpfer" - kommen für ein paar Tage zusammen und musizieren gemeinsam mit Dozent(inn)en in großen Bassensembles. Neben diesem Gruppenerlebnis werden in verschiedenen Workshops hilfreiche Themen angesprochen und wertvolle Tipps weitergereicht, die das Leben eines/r jungen Bassisten/in sehr bereichern können, sodass alle mit vielen Eindrücken und Motivationen nach Hause fahren.

 

Auch in den Mitgliedschulen kam die Idee der "VdM-Basscamps" sehr gut an. Zu beiden Basscamps (2002 in Plön und 2003 in Weikersheim) meldeten sich eine große Anzahl Schüler(innen) an. Die Mitglieder der Initiativgruppe "Pro-Kontrabass" hatten die schwere Aufgabe, jeweils 35 Kinder und Jugendliche für die verfügbaren Plätze auszuwählen. Um den Leser einen Eindruck über den Ablauf und Struktur der Basscamps zu vermitteln, wird im Folgenden über den Weikersheimer Workshops im Jahr 2003 berichtet.

 

Vom 2. bis 5. Oktober 2003 kamen im württembergischen Weikersheim 35 junge Kontrabassschüler(innen) aus ganz Deutschland zusammen, um sich von sechs erfahrenen Profis unterrichten zu lassen. Die Organisatoren hatte das Schloss Weikersheim ausgewählt, malerisch gelegen im Taubertal. Ob die Teilnehmer(innen) und Dozent(inn)en die Schönheit des Schlosses und der Umgebung gesehen bzw. genießen konnten, bleibt fraglich, denn ab Donnerstagmittag drehte sich alles in den Köpfen der angereisten Schüler(innen) nur noch um den Kontrabass.

 

Der jüngste Schüler war gerade sieben Jahre alt, die älteste 17 Jahre. So unterschiedlich wie das Lebensalter waren auch die Vorerfahrungen: Vom Anfänger, der ein paar Monate Unterricht genossen hatte und die halbe und erste Lage beherrschte, bis hin zum Bundespreisträger des Wettbewerbs "Jugend musiziert", waren alle Leistungsstufen vertreten.


 

Schon im Vorfeld hatte Manfred Uhlmann, Projektleiter von "Pro-Kontrabass", versucht, diesen unterschiedlichen Leistungsstufen und Erwartungen an das Basscamp gerecht zu werden, in er dem den Schüler(inne)n schon im Vorfeld des Workshops das Spielmaterial zur Vorbereitung zusandte. Im Mittelpunkt des Workshops standen bewusst Ensemblewerke für mehrere Kontrabässe, sodass jeder Teilnehmer ausreichende Möglichkeiten erhielt, Erfahrungen des Musizierens im Bassensemble in den vier Tagen in Weikersheim zu erhalten.

 

 

 

 


 

Dozent Bernd Jacobsen aus Hannover hatte jeden Morgen die schwerste Aufgabe: Gegen 9.30h am Morgen versammelte sich die ganze Teilnehmerschar um ihn.

In der ersten Einheit des Unterrichtstages schaffte er es, mit seinen "Warm-up Übungen" die Spieler(innen) in morgendliche Spiellaune zu bringen. Einfache Stücke wie sein "Boogie in D" erlaubten es, alle Bassspieler(innen), egal welchen spieltechnischen Niveaus, in eine Basswolke bestehend aus 35 Spieler(inne)n einzubinden.

 

 

 

 

 


 

Doch bevor es morgens mit dem Bass losging, war Michael Deimling schon da. Deimling, Leiter der Kreismusikschule Plön, Mitglied des Initiativkreises von "Pro-Kontrabass" und darüber hinaus Spezialist für relative Solmisation, brachte in der Früh die Gesangsstimmen der jungen Bassist(inn)en in Schwung.

Jeden Morgen – noch vor dem Bassunterricht – wurde erst der eigene Körper aufgewärmt, denn eine gesunde Ausbildung der eigenen Singstimme verbessert auch die Fähigkeit, auf dem Kontrabass sauber zu intonieren.

 

 

 

 


 

Esther Beyer aus Dresden hätte die jüngsten Schüler(innen) um sich versammelt. Sechs junge Minibässler im Alter von 7 bis 10 Jahren – gut ausgestattet mit kindgerechten Achtel- und Viertelbässen – musizierten Stücke wie den "Walking Bass" (Mette Hanskov) oder "Snooker Table" (Christopher Norton).

Auch die Quartettwerke der britischen Bassistin Cathy Elliott, die besonders für den Anfänger im Grundschulalter k

 

omponiert und arrangiert, bereiteten den Minibässlern sichtlich großen Spaß, denn wann haben sie an ihrer Musikschule Gelegenheit, in einer solchen großen Bassgruppe zu musizieren.

 

 


 

Henry Schwarzkopf, Orchestermusiker aus Rostock und dort auch an der Musikschule tätig, arbeitete mit seinem fünfköpfigen Schülerensemble an den Stücken der englischen Basspädagogen Paul Ramsier ("Bass Lullaby") und Tony Osborne ("Down at the O.K. Carrol").

Da in den angelsächsischen Länder die Veranstaltung von Basscamps schon eine Tradition besitzt, verwundert es nicht, dass dort auch eine große Anzahl von Kompositionen speziell für junge Kontrabassensembles geschrieben wurde.

 

 

 

 


Christine Hoock, Professorin am Mozarteum Salzburg, widmete sich mit ihren Schüler(innen) Kompositionen, in denen die Kenntnis von Tenor- und Violinschlüssel gefordert war.

Dass Kontrabässe auch in den Genuss kommen können, einmal die "erste Geige" zu spielen, zeigte sie anhand der Quartettkomposition "Kobolds" des Bassvirtuosen Francois Rabbath. Neben ernsten Themen waren es aber auch der alte Gassenhauer "Entertainer" von Scott Joblin, der die Teilnehmer(innen) in ihren Bann zog.

Während die dritte und vierte Stimme sich in den tiefen Lagen des Kontrabasses bewegt, waren für die ersten beiden Stimmen junge Spieler(innen) gefragt, die das Spiel in der Daumenlage schon beherrschten.

 

 


 

Dieses spieltechnische Niveau war ebenfalls in der Ensemblearbeit mit Prof. Wolfgang Stert gefragt.

Das Duo "Rotkäppchen" für Kontrabässe und Solovioline von Kurt Schwaen verlangte neben den instrumentalen Anforderungen auch kammermusikalische Vorerfahrungen.

Simon Hartmann (13 Jahre) aus Wangen, Bundespreisträger in der Duowertung, zeigte, wie ein Kontrabass den Geigenpart mit sattem Klang begleiteten kann.

Auch Johanna Blomenkamp aus Hamburg, ebenfalls Bundespreisträgerin, begeisterte mit einer schönen Interpretation der "Vocalise" von Serge Rachmaninoff.

 

 

 


Dass der Kontrabass nicht nur in der klassischen Musik ein gefragter Spielpartner ist, sondern besonders in der Jazzmusik einen großen Freiraum für Spieler(innen) bietet, zeigte sich auch im Basscamp: Großer Andrang herrschte daher bei Gunnar Plümer, Leiter der Jazzabteilung der Musikschule Bonn und international gefragter Bassist, denn der Bonner zeigte erste Schritte in die Jazzwelt auf: Damit die Spieler(innen) auch einen authentischen Sound erlebten, begleiteten Manuell Weyand (Schlagzeug) und Fabian Zeuch (Klavier) u.a. die bekannten Jazzstandards "Bags Groove" und "Blue Bossa". Den Kontrabassisten, die schon etwas tiefer in den Jazz eingetaucht waren, zeigte Gunnar Plümer, wie der Bass auch einmal mit einem Solo die Aufmerksamkeit auf sich vereinen kann.

 

Dass das zweite "Pro Kontrabass" Basscamp allen eine große Freude bereitete, war am Sonntagmorgen zu hören: Am Ende des anderthalbstündigen Abschlusskonzertes im Gärtnerhaus des Schlosses mit zahlreichen Beiträgen in verschiedenen Ensemblevariationen musizierten alle 35 Bassist(inn)en gemeinsam das Basssolo aus Gustav Mahlers 1. Sinfonie.


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