Aufholen nach Corona

 

 

Aufholpaket Kulturelle Bildung

Um Kinder und Jugendliche auf dem Weg zurück in ein unbeschwertes Aufwachsen zu begleiten und sie beim Aufholen von Lernrückständen zu unterstützen, investiert die Bundesregierung zwei Milliarden Euro.

 

Kinder, Jugendliche und ihre Familien schauen auf eine lange Zeit mit teils harten Einschränkungen während der Pandemie zurück. Diese Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien benötigen besondere Unterstützung, damit die Pandemie nicht lange nachwirkt und Ungleichheiten nicht manifestiert werden. Alle jungen Menschen sollen ihre Bildungsziele erreichen und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Um diesen Herausforderungen und Bedürfnissen gerecht zu werden, hat der Bund das „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ verabschiedet. Unter Nutzung bereits vorhandener Strukturen sollen Angebote geschaffen werden, die schnell bei den Kindern, Jugendlichen und Familien ankommen.

 

Teil des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ ist eine Aufstockung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) für das Aufholpaket Kulturelle Bildung.

 

  1. Was wird gefördert?
  • Projekte der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, die sich der kulturellen Bildung zuordnen lassen, z.B. Ferienfreizeiten, Wochenendangebote oder länger laufende Nachmittagskurse.
  • Mindestens sechs Teilnehmer: Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre pro Projekt sowie Fachkräfte; Eltern oder andere Angehörige können in die Aktivitäten eingebunden werden, insofern dies pädagogisch begründet ist, zählen jedoch nicht als Teilnehmer. (Ausnahme: Bei Projekten, die sich an Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit richten, gelten alle Ehrenamtlichen als Teilnehmer).
  • Angebote sollen für die adressierten Teilnehmer leicht zugänglich, freiwillig und altersgemäß sein, Vorerfahrungen der Teilnehmer und Auswirkungen der Pandemie-Situation sollen berücksichtigt werden.
  • Die Förderung kann mit anderen Fördermitteln kombiniert werden (auch mit Landesmitteln im Rahmen des Aufholpaketes), jedoch nicht mit anderen Bundesprogrammen.
  • Rechtsgrundlage für die Förderung ist der Kinder- und Jugendplan des Bundes.

 

  1. Welche Projekte von Musikschulen können gefördert werden?
  • Musikalische Elementarangebote (4 bis 11/12 Jahre = Vorschulalter und
    Grundschulalter):
    Musikalische Früherziehung, Musikalische Grundausbildung, Instrumentenkarussell / Schnupperkurse, Klassenmusizieren, Elementar-Klassen oder Sonstige Angebote (z.B. „Willkommens“-Klassen oder Ferienangebote).
  • Ensemblearbeit an Musikschulen: Singgruppen/Chöre/Vokalensemble, Spielkreise, Streichorchester/-ensemble, Kammerorchester, Sinfonieorchester, Zupforchester/-ensemble, Blasorchester/-kapelle/-ensemble, Akkordeonorchester/-ensemble, Jazzensemble, Big Band, Rock-/Pop-Band, Salonorchester/Tanzmusik, Volksmusik-Ensemble, Percussion-Ensemble
  • Spartenübergreifende Vorhaben und inklusive Projekte sind explizit möglich. Die Auseinandersetzung mit Jugend- und Alltagskulturen kann ebenso Teil des Projektes sein.
  • Es handelt sich nicht um ein Innovationsprogramm, Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen Freude, Gemeinschaft und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, d.h. es können in der Praxis bewährte Angebote durchgeführt werden

 

  1. Welche Formate können gefördert werden?
  • Kursaktivitäten als ganztägige Kurstage: mindestens 6 Stunden Programm pro Tag; Ausnahme: bei Veranstaltungen mit Übernachtung werden An- und Abreisetage jeweils als voller Tag gewertet auch bei kürzerer Programmdauer an diesen Tagen.

Kurstage können als Einzeltage oder als mehrtägige (kulturelle) Ferienfreizeiten und Wochenendangebote umgesetzt werden.

  • Regelmäßige Kursangebote (z. B. wöchentlich oder vierzehntägig als eigenständige Angebote oder in Kooperation mit Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen): Bei weniger Programm als sechs Stunden kann die Durchführung auch mit 1,5, 3 oder 4,5 Zeitstunden erfolgen. Die Förderhöhe reduziert sich dann entsprechend auf den Faktor 0,25 (1,5 Std.), 0,5 (3 Std.) bzw. 0,75 (4,5 Std.).
  • Zusätzlich ist die Durchführung von „Kleinaktivitäten“ möglich, wenn Aktivitäten nicht in Präsenz stattfinden (z.B. digitale/mediale Angebote‘) oder kein Führen von Teilnahmelisten möglich ist (z. B. bei offenen oder mobilen Angeboten). Kleinaktivitäten können mit bis zu 1.000 Euro je Aktivität gefördert werden. Hierbei sind zwingend Eigenmittel in Höhe von 10 Prozent der Gesamtausgaben einzubringen und nachzuweisen (für eine Förderung von 1.000,00 Euro also 111,11 Euro Eigenmittel). Die Förderung erfolgt dann auf Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplans. Kleinaktivitäten sind in der Regel halbtägige Angebote.

 

  1. Welche Ausgaben werden gefördert?

      → Förderfähige Ausgabenarten:

  • Honorare für Fach- und Hilfskräfte
  • Unterkunft und Verpflegung der Teilnehmer sowie Raummieten
  • Fahrtkosten der Teilnehmer und Honorarkräfte (bis zur Höhe des Bundesreisekostengesetzes), bei Auswärtstätigkeiten)
  • Material, das für das Programm benötigt wird.

 

→ Nicht förderfähig sind insbesondere:

  • Personalausgaben (einschließlich Minijobs, FSJ, BFD etc.)
  • zusätzliche Honorare für beim Antragsteller beschäftigtes (angestelltes) Personal
  • allgemeine Verwaltungsausgaben und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit
  • Anschaffungen von mehr als 800 Euro netto je Einzelgegenstand

 

→ Förderhöhe:

  • In einem Antrag können mehrere Maßnahmen zu einem Projekt zusammengefasst werden. Die Förderung erfolgt als „Kursaktivität“ auf Grundlage fester Beträge, sogenannten “Pauschalen“, je Aktivität:
  • 40 €/TN/Tag (= 10 € anteilig für 90 min) sowie 305 €/Fachkraft/Tag (= 76,25 € anteilig für 90 min)
  • zusätzlich: 305 Euro je Tag und Honorarkraft (maximal 1 Honorarkraft je 6 Teilnehmer)
  • zusätzlich: 60 Euro je Aktivität und Teilnehmer bei auswärtigen Veranstaltungen (z. B. in Jugendunterkünften), bei denen für die Teilnehmer (inkl. Honorarkräfte und Ehrenamtliche) Fahrtkosten anfallen.
     

Projektbeispiele:

  • Projektbeispiel: Elementare Musikpädagogik in der Kita
  • Laufzeit: bis max. zum 31.12.2021, ca. 10 Wochen
  • Teilnehmer: 6-20 TN
  • Unterricht: 2 UE pro Woche (à 45 min)
  • Fachkraft: 1 musikalische Fachkraft
  • Förderung: 40 €/TN/Tag (= 10 € anteilig für 90 min) sowie 305 €/Fachkraft/Tag (= 76,25 € anteilig für 90 min) (Beispielrechnung für 10 Wochen à 90 min mit 6 TN sowie 1 Fachkraft: 600 € Förderung TN + 762,50 € Honorar für Fachkraft = 1.362,50 € Gesamtsumme)
  • Inhalte der Maßnahmen:
    • Grunderfahrungen im gemeinsamen Singen / Sprechen
    • Instrumentalspiel und Bewegung
    • erste Wahrnehmungsschulung und Klangerlebnisse in spielerischer Form
    • Rhythmus und Musik als Ausdrucksform erleben

 

  • Projektbeispiel: Ensemblearbeit als Wochenend-Freizeit von max. 3 Tagen
  • Teilnehmer: mind. 6 TN bis 27 Jahre
  • Unterricht: ganztägige Kurstage à mind. 6 Stunden
  • Fachkraft: 1-2 musikalische Fachkräfte
  • Förderung: 40 €/TN/Tag, 305 €/Fachkraft/Tag, ggf. noch Fahrtkosten von 60 €/TN (Beispielrechnung für eine Wochenendfreizeit von Fr-So mit 20 TN und 1 Fachkraft: 2.400 € Förderung TN + 915 € Honorar für Fachkraft = 2.315 € Gesamtsumme, ggf. zzgl. 1.200 € Fahrtkosten bei auswärtiger Maßnahmendurchführung = 4.515 € Gesamtsumme)
  • Inhalte der Maßnahmen:
    • Wiederzusammenfinden im Ensemblespiel und Wiederherstellen von gemeinschaftlicher Spielfähigkeit
    • Intensivierung des Zusammenspiels in Ensembles

 

  1. Wer ist antragsberechtigt?
  • Antragsteller können z.B. sein: Musik- und Jugendkunstschulen, Musikvereine, Kinder- und Jugendtheater, Tanzgruppen, theaterpädagogische Träger, zirkus- und spielpädagogische Initiativen, Jugend(kultur)zentren, Kinder- und Jugendbibliotheken und -museen, Medienwerkstätten, kulturelle Bildungsakademien. Einrichtungen von als gemeinnützig anerkannten Trägern (Vereine, Stiftungen, gGmbH, AöR etc.)
  • Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft mit Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit bzw. -bildung mit Ausnahme des Bundes und der Länder (Gemeinden, Landkreise, kommunale Zweckverbände, Kirchengemeinden etc.)
  • Eine Mitgliedschaft der Träger bei den beteiligten Verbänden (siehe Antragsverfahren) ist nicht notwendig.
  • Allgemeinbildende Schulen und Kindertageseinrichtungen können keine Anträge stellen, aber als Kooperationspartner im Projekt mitwirken.
  • Antragsteller müssen die Angebote mit Fachkräften bzw. Ehrenamtlichen umsetzen können, die für die kultur-, spiel- bzw. medienpädagogische Arbeit qualifiziert bzw. darin erfahren sind.
  • Lokal verankerte Antragsteller, aber auch überregional aktive Träger.
  • Einzelpersonen können keinen Antrag stellen!

 

  1. Bis wann kann ein Antrag gestellt werden?
  • Die Antragstellung sollte rechtzeitig vor dem geplanten Projektbeginn erfolgen (3−4 Wochen), da mit dem Projekt nicht vor Zusendung des Zuwendungsvertrages begonnen werden darf.
  • Eine Antragstellung für Projekte, die im Jahr 2022 stattfinden, ist jederzeit möglich.

 

► Formulare:

Teilnehmerliste
(ist zwingend zu führen; bei Vorschulkindern erfolgt die Bestätigung der Teilnahme durch Unterschrift der Honorarkraft und der Musikschulleitung auf der Liste)
Formular Mittelanforderung
• Belegliste
(Excel-Datei)
Vorlage Handlungsvollmacht
►Die Antragsstellung erfolgt ausschließlich digital über die Homepage der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ).
Kontakt:
Verband deutscher Musikschulen e.V.
Silvia Komatowski
aufholen( at )musikschulen.de
Tel. 0228 / 95 706-95
 

(Stand: 07.10.2021)


 

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