Deutsche Streicherphilharmonie - das junge Spitzenensemble der Musikschulen

 

 

In der Deutschen Streicherphilharmonie, dem jüngsten Bundesauswahlorchester, werden die Spitzentalente unter den Streichinstrumentalisten der Musikschulen vereint. Die jungen Musiker im Alter von 11 bis 19 Jahren haben sich über ein Probespiel für die Mitwirkung im Orchester qualifiziert und treffen sich mehrmals im Jahr zu Probenphasen und Konzertreisen. Seit über 40 Jahren begeistern sie das Publikum mit ihrem einzigartig differenzierten Streicherklang und ihrer gemeinschaftlichen Hingabe an die Musik.

 

Die Geschichte des Spitzenensembles begann 1973, als anlässlich der „X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten“ in Ost-Berlin ein Festivalorchester gesucht wurde. Es fand sich dafür das zentrale Jugendorchester der Musikschulen der DDR, das ein Jahr zuvor im 

 

Hinblick auf dieses Ereignis vom Dirigenten, Begründer des Berliner Rundfunkorchesters und Leiter der Berliner Singakademie, Helmut Koch, ins Leben gerufen wurde. Aufgrund eines herausragenden Auftritts bei 

 

den Festspielen war schnell klar, dass dieses Ensemble keine Eintagsfliege bleiben sollte. Am Pult folgten 1974 Herbert Kegel und Wolf-Dieter Hauschild ab 1976 als profilierte Dirigenten. Im selben Jahr nahm zudem der Rundfunk der DDR das Orchester unter seine Fittiche, das seitdem den Namen Rundfunk-Musikschulorchester (RMO) trug. 1984 konnte der Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, Jörg-Peter Weigle, als künstlerischer Leiter gewonnen werden.

 

Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) nahm das sich von nun an als Deutsches Musikschulorchester (DMO) bundesweit rekrutierende junge Spitzenensemble 1991 in seine Trägerschaft. Von 1995 bis 2002 war Hanns-Martin Schneidt Chefdirigent, auf ihn folgte 2003 Michael Sanderling, der in den folgenden Jahren die künstlerische Entwicklung prägte. Seit 2004 ist das Orchester als Deutsche Streicherphilharmonie bekannt, das vom aktuellen Chefdirigenten Wolfgang Hentrich seit 2013 geleitet wird.

 

Von Beginn an begleiten Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB), Patenorchester der Deutschen Streicherphilharmonie, die musikalische Arbeit des Orchesters als Dozenten für die einzelnen Stimmgruppen. Dies sind seit vielen Jahren Bodo Przesdzing (Erste Violine), Karin Kynast (Zweite Violine), Claudia Beyer (Viola), Volkmar Weiche (Violoncello) und Axel Buschmann (Kontrabass). Dieser segensreichen Kontinuität ist unter anderem der charakteristische, überaus homogene Klang des Ensembles zu verdanken.

 

Auf dem Programm stehen die großen Werke der Streichorchesterliteratur aus allen musikalischen Epochen ebenso wie Raritäten, zu Unrecht vergessene Kabinettstückchen und Zeitgenössisches.

 

Mit Erfolg hat sich die Deutsche Streicherphilharmonie namhafte Konzertbühnen erobert. Das Bundesauswahlorchester war im Konzerthaus Berlin, in der Berliner Philharmonie, im Gewandhaus zu Leipzig, in der Alten Oper Frankfurt, in der Kölner Philharmonie, in der Essener Philharmonie und in Konzertsälen zahlreicher anderer Städte in Deutschland zu Gast. Zudem traten die jungen Künstler unter anderem bei den Händelfestspielen in Halle, beim Internationalen Bachfest in Leipzig, bei den Dresdner Musikfestspielen, bei Young Euro Classic in Berlin und auf der EXPO Hannover auf. Nachhaltigen Eindruck hinterließ das Ensemble auch bei seinen zahlreichen Auslandstourneen in Polen, Norwegen, China, Montenegro, Ecuador und weiteren Ländern. Die Deutsche Streicherphilharmonie arbeitet mit bekannten Gastdirigenten wie Marek Janowski und Gerd Albrecht (†) sowie herausragenden Instrumentalvirtuosen wie Julia Fischer, Sabine Meyer und Daniel Hope zusammen. Regelmäßig werden mit Deutschlandradio Kultur Konzertmitschnitte und Studioaufnahmen produziert, bisher sind 13 CDs entstanden.

 

Als Ort intensiver musikalischer Jugendbildung ist das junge Spitzenensemble eine Wiege des engagierten und qualifizierten Berufsmusiker-Nachwuchses für Spitzenorchester und Solistenkarrieren. Viele ehemalige Mitglieder spielen inzwischen in namhaften Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, den Münchner Philharmonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden oder dem Metropolitan Opera Orchestra New York.

 

Auf Anregung von Michael Sanderling werden die Instrumente der Deutschen Streicherphilharmonie seit der Spielzeit 2010/2011 mit Wittner-Feinstimmwirbeln ausgestattet.

 

Die Deutsche Streicherphilharmonie ist Träger des Sonderpreises 1998 zum Deutschen Kinderkulturpreis und wird gefördert durch die envia Mitteldeutsche Energie AG und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 

 

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gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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