
Das junge Spitzenensemble der Musikschulen
(ehemals: Deutsches Musikschulorchester)
Gefördert vom
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Musikschulen in ganz Deutschland sind ihre musikalische Heimat: Die 11- bis 19-jährigen Musikerinnen und Musiker der Deutschen Streicherphilharmonie, vielen noch bekannt als Deutsches Musikschulorchester (DMO), gehören zu den Besten ihres Fachs. Bei aller individuellen Virtuosität potenziert sich die Musikbegeisterung der jungen Künstler in der philharmonischen Besetzung durch die gemeinschaftliche Hingabe an die Musik.
Alles begann vor 40 Jahren, als anlässlich der „X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1973“ in (damals: Ost-) Berlin ein Festivalorchester gesucht wurde. Es fand sich dafür das zentrale Jugendstreichorchester der Musikschulen der DDR – gegründet auf Initiative des Dirigenten, Begründers des Berliner Rundfunkorchesters und Leiters der Berliner Singakademie Helmut Koch – und blieb keine Eintagsfliege.
Das Elite-Ensemble, das der Rundfunk bald mit Produktionen und Sendungen unter dem Namen Rundfunk-Musikschulorchester (RMO) unter seine Fittiche nahm, eroberte sich mit Erfolg deutsche und internationale Konzertbühnen. So war das Streichorchester mehrfach zu Gast bei den Händelfestspielen in Halle, beim Internationalen Bachfest in Leipzig, bei den Dresdner Musikfestspielen, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, bei Young Euro Classic, im Konzerthaus Berlin, in der Berliner Philharmonie, im Gewandhaus zu Leipzig, in der Alten Oper Frankfurt, in der Kölner Philharmonie, in der Essener Philharmonie und in den Konzertsälen zahlreicher anderer Städte in Deutschland. Nachhaltigen Eindruck hinterließ das Orchester auch im Ausland bei Tourneen nach Polen, Russland, Frankreich, Spanien, Finnland, Norwegen, China, Malaysia, Montenegro, Zypern und Tschechien.
Am Pult folgten dem 1975 verstorbenen Helmut Koch zunächst Herbert Kegel (1974), dann Wolf-Dieter Hauschild (1976) und Winfried Müller als profilierte Orchesterleiter. Im Jahre 1984 konnte – im Wechsel mit Max Pommer (1986/87) – der Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, Jörg-Peter Weigle, als ständiger Dirigent gewonnen werden. Er prägte bis 1995 die künstlerische Entwicklung des Orchesters. Von 1995 bis 2002 war Hanns-Martin Schneidt künstlerischer Leiter des Ensembles. Auf ihn folgte 2003 Michael Sanderling, der 2013 nach zehnjähriger Tätigkeit den Dirigentenstab an Wolfgang Hentrich übergibt.
Von Beginn an begleiten Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB), Patenorchester der Deutschen Streicherphilharmonie, die musikalische Arbeit des Orchesters als Dozenten für die einzelnen Stimmgruppen. Dies sind seit vielen Jahren Bodo Przesdzing (1. Violine), Karin Kynast (2. Violine), Claudia Beyer (Viola), Volkmar Weiche (Violoncello) sowie Axel Buschmann (Kontrabass). Dieser segensreichen Kontinuität ist u.a. der charakteristische, überaus homogene Streicherklang des Ensembles zu verdanken. Auf Anregung von Michael Sanderling werden seit der Spielzeit 2010/2011 die Instrumente der Deutsche Streicherphilharmonie mit Wittner-Feinstimmwirbeln ausgestattet.
Auch nachdem der Verband deutscher Musikschulen das sich nunmehr bundesweit rekrutierende Orchester 1991 mit Unterstützung der Bundesregierung in seine Trägerschaft übernommen hat, ist die Deutsche Streicherphilharmonie Ort intensiver musikalischer Jugendbildung und Wiege engagierten und qualifizierten Berufsmusiker-Nachwuchses für Spitzenorchester und Solistenkarrieren geblieben. Viele ehemalige Mitglieder spielen heute in namhaften Orchestern, z.B. bei den Wiener Philharmonikern (Konzertmeister), den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper „Unter den Linden“ Berlin, der Komischen Oper Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Sonderjyllands Symfoniorkester in Sonderborg/Dänemark, dem Orchester des Opernhauses Halle, dem Staatstheater Cottbus, den Essener Philharmonikern dem Bruckner-Orchester Linz und der Metropolitan Opera New York, um nur einige zu nennen.
Auf dem Programm stehen die großen Werke der Streichorchesterliteratur aus allen musikalischen Epochen ebenso wie Raritäten, zu Unrecht vergessene Kabinettstückchen und Zeitgenössisches.
In Kooperation mit Deutschlandradio Kultur sind neben Rundfunksendungen und Konzertmitschnitten zwölf CDs entstanden. Die Deutsche Streicherphilharmonie ist Träger des Sonderpreises 1998 zum Deutschen Kinderkulturpreis und wird gefördert durch die envia Mitteldeutsche Energie AG und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.